FFH-Gebiet „Oberlauf der Rur“

Der Arbeitskreis Naturschutz kauft seit 2004 Grundstücke im FFH-Gebiet „Oberlauf der Rur“ an. In diesem Bereich kann mit vergleichsweise geringen finanziellen Mitteln (im Vergleich zu intensiver genutzten Bereichen beispielsweise im Umfeld von Stolberg) für den Naturschutz viel erreicht werden.

Im Fokus standen und stehen weiterhin insbesondere die Sicherung artenreichen Grünlandes, aber auch der Ankauf von Fichtenforsten oder frisch entfichteten Flächen. Durch die Entnahme der Fichten nach Ankauf und anschließende freie Sukzession entstehen hier überwiegend naturnahe Laubwälder. Kleinflächig wurde auch im Rahmen eines von der Biologischen Station StädteRegion Aachen im Zeitraum 2004-2010 durchgeführten Life-Projektes nach der Entfichtung wieder artenreiches Grünland entwickelt. Insgesamt hat der Arbeitskreis Naturschutz (Stand 1.2020) innerhalb des FFH-Gebietes und unmittelbar angrenzend bereits knapp 9 Hektar erworben. Mehrere Grundstücke wurden im Rahmen eines FÖNA-Antrages vom Land NRW bezuschusst.

Aus einem Fichtenforst wieder „restauriertes“ Grünland in der Ruraue bei Kalterherberg.

Ein Schwerpunktbereich innerhalb des FFH-Gebietes ist hierbei das Rurtal zwischen Monschau-Kalterherberg und der Norbertuskapelle unweit des Kloster Reichensteins mit knapp 4 Hektar. Eine 2005 entfichtete Fläche hat sich inzwischen bereits zu einem sehr naturnahen Moorbirkenwald-Standort entwickelt. Aufkommende Jungfichten werden regelmäßig durch Arbeitskreismitglieder entfernt. Zwei weitere naturferne Fichtenforste wurden in Kombination mit weiteren Projekt-Flächen des Life-Projektes zu artenreichem Feuchtgrünland entwickelt.

Das Grünland im Eigentum des Arbeitskreises Naturschutz ist an verschiedene Landwirte verpachtet, die dieses im Rahmen des Vertragsnaturschutzes extensiv ohne den Einsatz von Dünge- oder Spritzmitteln bewirtschaften. Es handelt sich um Grünland verschiedenster Ausprägung, von einer artenreichen Bergmähwiese, über gemähtes und beweidetes Feuchtgrünland bis hin zu einer artenreichen Magerweide. Ohne eine entsprechende Nutzung (Mahd oder Beweidung) würde der außerordentliche floristische Artenreichtum der Flächen mit einer ebenso vielfältigen, an das artenreiche Grünland angepassten Fauna mittelfristig verarmen.

Artenreiche Bergmähwiese bei Kalterherberg mit Schwarzer Flockenblume (Centaurea nigra) und geflecktem Johanniskraut (Hypericum maculatum).

Ein weiterer Schwerpunktbereich ist das Rurtal im Umfeld von Simmerath-Hammer. Hier wurde ebenfalls artenreiches Grünland in der Ruraue langfristig gesichert und an die auch vorher bewirtschaftenden Landwirte verpachtet, die dieses nun weiterhin extensiv bewirtschaften. Teilweise wurden naturschutzfachlich zielführende Verbesserungen hinsichtlich der Bewirtschaftung umgesetzt.

An mehreren Zuläufen der Rur wie Belgenbach, Holderbach und Kluckbach hat der Arbeitskreis weitere Grundstücke erworben. Hierbei handelte es sich meist um frisch entfichtete Flächen, die sich nun in Zukunft frei entwickeln können. Teilweise waren noch einige ältere Laubbäume vorhanden, die in Kombination mit spontan aufkommenden Gehölzen wie Traubenkirsche oder Eberesche über Pionierstadien langfristig einen naturnahen Laubwald entstehen lassen. Am Oberlauf des Belgenbaches wird sich in Zukunft hoffentlich der Biber ansiedeln und die Landschaft nach seinen eigenen Vorstellungen gestalten. Aufkommende Jungfichten werden auf den Grundstücken des Arbeitskreises auch in Zukunft entfernt. Eine Beseitigung des eingeschleppten Drüsigen Springkrauts (Impatiens glandulifera) erfolgt an Holder- und Kluckbach, zum Teil in Zusammenarbeit mit der Biologischen Station StädteRegion Aachen.