NSG „Kämpchen“
Der Arbeitskreis Naturschutz konnte im Jahr 2015 durch finanzielle Förderung der Nordrhein-Westfalen-Stiftung insgesamt 6 Hektar im Naturschutzgebiet „Kämpchen“ westlich von Lammersdorf erwerben.
Auf vier Hektar wachsen großflächig zum Teil beerstrauchreiche naturnahe (Moor-) Birken- und kleinflächig weitere Laubwaldgesellschaften. Knapp zwei Hektar waren zum Zeitpunkt des Kaufs intensiv genutztes Grünland.
Die naturnahen Laubwälder werden der freien Entwicklung überlassen. Lediglich standortfremde und eingeführte Baumarten werden entfernt. Als Besonderheit kommt in den am natürlichsten ausgeprägten und am wenigsten entwässerten Moorbirkenwäldern auch die Rauschebeere (Vaccinium uliginosum) vor.

Das Grünland wird seit 2015 nicht mehr gedüngt und wurde in den Anfangsjahren zur Aushagerung durch einen Landwirt im Rahmen des Vertragsnaturschutzes bis zu dreimal im Jahr gemäht. Inzwischen hat die Wüchsigkeit deutlich nachgelassen und die erste Mahd erfolgt erst ab Mitte Juni mit einer zweiten Mahd ab Mitte August. Im Frühjahr gibt es nun wieder einen flächigen Blühaspekt des Wiesen-Schaumkrautes (Cardamine pratensis), während umliegende Flächen durch intensive Düngung nahezu keine krautigen Arten mehr aufweisen.

Stand 2025 hat sich bereits wieder vergleichsweise artenreiches Grünland mit einigen charakteristischen Wiesenarten wie Schlangenknöterich (Polygonum bistorta), Wiesen-Pippau (Crepis biennis) und Gamander-Ehrenpreis (Veronica chamaedrys) entwickelt. Unterstützt wurde die Entwicklung durch das Ausbringen typischer Wiesenarten aus der direkten Umgebung. Vier mit Magneten im Boden eingemessene, immer wieder mit einem Magnetsuchgerät auffindbare, Dauerquadrate wurden 2018 eingerichtet. Die Vegetation wird hier jährlich erfasst und die Entwicklung dokumentiert. Der erste Mahdzeitpunkt soll in Zukunft sukzessive weiter nach hinten verlegt werden. Typische, auch seltene Tierarten wie beispielsweise der Lilagold-Feuerfalter (Lycaena hippothoe) oder Rotklee-Bläuling (Cyaniris semiargus), die in der Umgebung noch vorkommen, werden sich hoffentlich in einigen Jahren wieder ansiedeln.
Eine typische Brutvogelart der lichten Birkenwälder ist der Fitis, der im Gebiet regelmäßig mit mindestens drei Brutpaaren vorkommt. Mittelfristige Zielart auf dem in Zukunft artenreichen mageren Grünland ist der Baumpieper.
